Die Geschichte der Stadtkapelle Sulz

 

 

Der Musikverein Sulz hat im Laufe seiner mindestens 130-jährigen Geschichte mehrfach seinen Namen geändert. Diese Namensänderungen waren meist auch mit einem Neubeginn des Vereins verbunden. Die Ursachen waren einerseits die beiden Weltkriege und andererseits auch musikalische Veränderungen im Laufe der Zeit. Nimmt man die verschiedenen Vereinsnamen als Grundlage, so läßt sich die Vereinsgeschichte wie folgt einteilen:

1870-1899 Musik-Verein Sulz

 

Wie alt der Vorgänger des heutigen Musikvereins ist, weiß man leider nicht genau. Als bis jetzt bekanntes ältestes Dokument erschien am 19. Oktober 1871 in der Sulzer Chronik eine Einladung zur alljährlichen Plenar-Versammlung des Musik-Vereins im Gasthof zum Ochsen. gez. Buob. Eine alljährliche Plenar-Versammlung ist mit der jährlich üblichen Generalversammlung gleichzustellen. Dies besagt, dass der Verein zu diesem Zeitpunkt mindestens schon ein Jahr bestanden hat und somit als Gründungsdatum für den heutigen Musikverein zumindest das Jahr 1870 angenommen wird. Es wird vermutet, dass der Verein sogar schon früher gegründet wurde. Desweiteren findet man in der Sulzer Chronik Nr.48 vom 26. Oktober 1871 folgende Anzeige:

 

Sulz Musik-Verein: Die Productionen des Vereins beginnen am nächsten Sonntag, den 29.Oktober mit einem von 26 Damen und Herren auszuführenden Vocal- und Instrumental-Concert, wozu wir die hiesigen Mitglieder des Vereins, wie auch die auswärtigen Musikfreunde in den Saal des Gasthofes zum Ochsen ergebenst einladen. Im Interesse auswärtiger Besucher haben wir den Anfang auf Nachmittags um 4 Uhr festgesetzt. Etwaige weitere Anmeldungen zum Beitritt zum Verein können noch bis Sonntag bei dem Unterzeichneten gemacht werden. gez. Buob.

 

Wie aus weiteren Anzeigen der Sulzer Chronik der folgenden Jahre zu entnehmen ist, war der Vereinszweck die Veranstaltung von musikalischen Produktionen, ab 1880 auch anderer geselliger Unterhaltungen. Das Programm umfasste ein breites Spektrum: Tanz und Unterhaltungsabende, Gesangsabende mit Chören und Konzertsängern, Militärmusik, klassische Kammermusik, Theateraufführungen, Fasnachtskränzchen und dergleichen. Hierzu wurden meist fremde Künstler verpflichtet. In den letzten Jahren seines Bestehens war der Musikverein ein eher kleiner Honoratioren-Verein, der auf Grund seiner geringen Mitgliederzahl (1898: 35 Mitglieder) nur noch Veranstalter von musikalischen Produktionen war.

1899 - 1922 Stadtkapelle Sulz

 

Im Jahre 1899 ging der damalige Aufsichtslehrer Ebel daran, eine Stadtkapelle ins Leben zu rufen. Die ersten Musiker kamen von der Turmmusik, ihnen gliederten sich weitere an, so dass die Kapelle bei ihrer Gründung 15 aktive Mitglieder zählte. Die Stadt ließ es an der nötigen Unterstützung nicht fehlen und stellte einen Betrag von 700 Mark zur Verfügung. Im Jahre 1902 übernahm die Stadtkapelle die musikalische Umrahmung des Kinderfestes. Bald darauf veranstaltete sie auch eigene Unterhaltungsabende und wirkte bei Festen anderer Vereine mit.

 

Durch den Beitritt zahlreicher passiver Mitglieder wurde die Kapelle soweit gestärkt, dass sie sich auf eigene Füße stellen konnte. Wir hören vom Jahr 1905, in dem sie sich bei der Schillerfeier beteiligten. Weiter ist von regelmäßigen größeren Fasnachtskränzchen und Weihnachtsfeiern, Ständchen für verdiente Mitglieder und Gönner, Gartenkonzerten und Waldfesten, gemeinschaftlichen Festlichkeiten mit anderen Vereinen usw zu lesen. Vom Jahre 1909 an wurden Promenaden- und Herbstkonzerte veranstaltet, auf dem Marktplatz am Silvesterkonzert teilgenommen und Konzerte auf dem Wöhrd zur Unterhaltung der Kurgäste durchgeführt. Im Jahre 1912 wurde erstmals eine einheitliche Kopfbedeckung beschafft und außerdem der erste Ausflug an den Bodensee unternommen. Während des Weltkrieges unterblieben die Übungsstunden und die Vereinsfestlichkeiten. Es wurden keine Beiträge mehr eingezogen, vielmehr verwendete die Kapelle teilweise ihren Besitz zur Unterstützung der Familien von Mitgliedern.

 

Durch die kriegsbedingten Verhältnisse drohte auch der Stadtkapelle das Schicksal, sich aufzulösen. Um dies zu verhindern, hielten noch einige alte aktive Mitglieder der früheren Kapelle zusammen. Heinrich Gaus übernahm die Vorstandschaft und Karl Ziegler die Direktion. Schon am 1. Februar 1919 hörten wir wieder von einem gut gelungenen Konzert. Die Kapelle war wieder häufiger an Festlichkeiten beteiligt.

 

1922 - 1949 Musikverein Sulz

 

Die Mitgliederzahl stieg immer mehr an. So wurde im Jahr 1922 zur Gründung eines Musikvereins geschritten, dem 360 passive und 25 aktive Mitglieder angehörten. Am 10. Januar 1923 schloss sich der Musikverein Sulz dem Musikverband Zollern-Schalksburg-Gau an. Einen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte bildete das XI. Musikfest des Zollern-Schalksburg-Gaues vom 17. bis 19. Juli 1926 in Sulz, verbunden mit dem 25-jährigen Jubiläum der Stadtkapelle Sulz. 30 Kapellen beteiligten sich an dem Musikfest, wobei die Spielstärke der Kapellen damals zwischen 10 und 25 Musiker betrug. Ein Sonderzug der Reichsbahn und Omnibusse brachten die vielen Gäste nach Sulz.

Nach diesem Höhepunkt in der Vereinsgeschichte bewegte sich die Vereinstätigkeit wieder im normalen Rahmen. Wo die Kapelle auftrat, wurde sie gefeiert und erntete Erfolge. Selbst während des dritten Reiches stellte der Verein seine Tätigkeit nicht ein. Neben seiner Teilnahme an vielen offiziellen Feiern, hielt er jedes Jahr eine ständig wachsende Anzahl eigener Veranstaltungen ab. Der letzte Krieg schien dann das Schicksal des Musikvereins Sulz endgültig zu besiegeln. Die Mehrzahl der aktiven Musiker waren Soldaten. Bei der Besetzung der Stadt, fiel der größte Teil der Instrumente und des Notenmaterials in fremde Hand. Mittel zum Wiederaufbau waren nicht vorhanden.

1949 - 1954 Städtisches Blasorchester Sulz a. N.

 

Die wenigen vom Krieg und der Gefangenschaft zurückgekehrten aktiven Musiker standen praktisch vor dem Nichts. Trotzdem ließen sie den Mut nicht sinken. In erster Linie waren es die beiden Musiker Friedrich Mäntele und Alfred Seeg, die nichts unversucht ließen, die Kapelle neu ins Leben zu rufen. Die Buntweberei Sulz stellte eine Anzahl Instrumente ihrer ehemaligen Werkskapelle leihweise zur Verfügung und Privatpersonen schlossen sich diesem Vorgehen an. Bereits am 31. Dezember 1948 konnte die Kapelle unter Leitung von Albert Keck wieder erstmals am Jahresschlußkonzert auf dem Marktplatz auftreten.

 

Nach Überwindung formaler Schwierigkeiten, wurde unter Vorsitz des damaligen Bürgermeisters Wetzel am 21. Februar 1949 die Gründungsversammlung des Städtischen Blasorchester Sulz a. N. abgehalten. Dank der Spendenfreudigkeit der Sulzer Bevölkerung und der wieder gewonnenen 182 Mitglieder, konnten erneut einige Instrumente erworben werden. Ein Jahr später, am 24. und 25. Juni 1950, wurde das 50 jährige Jubiläum seit Gründung der Stadtkapelle gefeiert. Über 20 Kapellen haben daran teilgenommen.

 

Auf Grund der intensiven Bemühungen konnte ab dem Jahr 1952 zusätzlich zu der aktiven Kapelle eine Jugendkapelle mit ca. 25 Musikern, unter Leitung von Martin Müller, dem späteren Dirigenten des Musikvereins, aufgestellt werden. Ein besonderes Ereignis im Jahr 1953 war die Teilnahme am Wertungsspiel in Glatt. Dabei konnte das Städtische Blasorchester Sulz a. N. in der Oberstufe die Note "vorzüglich" erreichen.

 

1954 - heute Musikverein Stadtkapelle Sulz

 

Im Jahr 1954 wurde die Vereinssatzung geändert und die bis heute letzte Namensänderung der Kapelle durchgeführt. Im Jahr 1955 beteiligte sich die Stadtkapelle unter der Leitung von Dirigent Schell und die Jugendkapelle unter Leitung von Martin Müller beim Wertungsspiel in Dettingen, wobei beide Kapellen die höchste Punktzahl erreichten. Im Mai 1957 wurde eine Aufnahme für den Südwestfunk produziert. Dies war für die Kapelle selbstverständlich ein besonderes Ereignis. Nach dem langjährigen Dirigenten Walter Schell konnte auf Grund der guten Beziehungen zur Kapelle "Harmonie Betra", der dortige Dirigent Max Küfer im Jahr 1958 als neuer Leiter für die Stadtkaplle Sulz gewonnen werden. Unter seiner Stabführung wurden viele Gemeinschaftskonzerte und sonstige größere Veranstaltungen durchgeführt. Ab 1961 übernahm Fritz Eyrich die Leitung der Stadtkapelle, die er aus beruflichen Gründen schon Anfang 1965 wieder aufgeben musste.

 

Im April 1965 übernahm Martin Müller die Leitung der Stadtkapelle. Mit viel Eifer und Umsicht erreichte er mit der Stadtkapelle, besonders durch seine disziplinierte Probenarbeit, in den folgenden Jahren seines Wirkens einen beachtlichen Leistungstand und etliche musikalische Höhepunkte. Im März 1965 wurde Horst Häussermann Vorsitzender des Musikvereins. Durch gute Verbindungen des neuen Vorstandes wurden freundschaftliche Beziehungen zum Musikverein Großaspach aufgebaut. Dort hat die Kapelle im Jahr 1967 am Waldfest teilgenommen. Auch später folgten verschiedene Besuche und Gegenbesuche. (1968,83,86,87)

 

Im Jahr 1966 wurde vom Musikverein Sulz das Kreismusikfest des Altkreises Horb übernommen. Ein besonderer Höhepunkt war am Sonntagabend der Auftritt des Musikkorps der 7. US-Army, das mit einem großartigen Konzert die Besucher begeisterte. In den folgenden Jahren wurden die Aufgaben der Stadtkapelle durch die verstärkte Förderung des Fremdenverkehrs erweitert und deshalb verstärkt Platzkonzerte durchgeführt. Desweiteren wurde durch jährliche Weihnachtskonzerte der Leitungsstand der Stadtkapelle dargestellt.

 

Vom 19. bis 21. Juni 1971 fand in Sulz das Bezirksmusikfest des Bezirks Schwarzwald-Nord statt. Am Musikfest beteiligten sich über 30 Gastkapellen und mehrere davon auch am Wertungsspiel. Am Montag schloss sich das traditionelle Sulzer Kinderfest an, das mit einem großen Feuerwerk ausklang.

 

Im März 1975 wurde Otto Kitzlinger Vorstand des Musikvereins. Der bisherige Vorsitzende Horst Häussermann wurde für seine 10-jährige Vorstandszeit zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Otto Kitzlinger hat in den folgenden 11 Jahren seiner Vorstandschaft durch starkes Engagement den Musikverein entscheidend geprägt. Unter seiner Regie wurden z.B die Musiker mit einer ansprechenden Fasnachts- bzw. historischen Uniformen ausgestattet, das Neckar- und Kinderfest neu organisiert und durch eine bemerkenswerte Spendenaktion erstmals Sousaphone beschafft.

 

Mit der Partnerschaftsfeier Sulz-Montendre im Mai 1977 in Sulz, begann eine herzliche Freundschaft zwischen Musikern und Bürgern der Stadt Montendre. In den folgenden Jahren 1978, 1979, 1986, 1989, 1991,1992,1996,1997,2001,2002, 2006 und 2007 wurden durch Besuche und Gegenbesuche die freundschaftlichen Beziehungen weiter ausgebaut, wobei die überwältigende Gastfreundschaft der Franzosen bei den Musikern der Stadtkapelle bleibende Erinnerungen hinterließ.

 

Im Jahre 1979 übernahm der Musikverein die Patenschaft für die Musikkapelle "Lyre Montendraise", welche mit einem großartigen Fest gefeiert wurde. Im Jahr 1978 konnte der Musikverein Sulz seine bisher höchste Auszeichnung entgegennehmen. Für mehr als 100 Jahre Verdienste um die Volksmusik, erhielt der Musikverein die vom Bundespräsidenten gestiftete Pro-musica-Plakette. Sie wurde vom damaligen Freiburger Regierungsvizepräsidenten Dr. Bittighofer überbracht. Gleichzeitig übergab der Kreisverbandsvorsitzende die Ehrenmedaille in Gold am Bande des Deutschen Volksmusikerbundes dem Musikverein. Die Stadtkapelle, unter Leitung von Martin Müller, bot am Festabend ein sehr anspruchsvolles Konzert, das bei den Zuhörern viel Beachtung fand.

 

Im März 1979 übergab Martin Müller nach 15 Jahren Dirigententätigkeit an Josef Gunkel den Dirigentenstab. Für seine Verdienste um den Musikverein wurde Martin Müller zum Ehrendirigenten ernannt. Er konnte in den folgenden Jahren noch öfters den Taktstock führen, bis er im Jahr 1993 verstorben ist.

 

Josef Gunkel hat sich während seiner Dirigententätigkeit mit großem Engagement der Jugendausbildung gewidmet, dadurch ist Stadtkapelle in den Folgejahren auf über 50 aktive Musiker/innen angewachsen. Am alljährlich stattfindenden Neckar- und Kinderfest konnte unter der Stabführung von Josef Gunkel immer wieder ein erfolgreiches, musikalisches Unterhaltungsprogramm der Stadtkapelle geboten werden.

 

Im Februar 1986 wurde Martin Kipp Vorstand des Musikvereins. Für sein besonderes Engagement und für die großen Verdienste für den Verein wurde der bisherige Vorsitzende Otto Kitzlinger zum Ehrenvorsitzenden ernannt. In den folgenden Jahren konnten die Musiker gleich zweimal ihre handwerklichen Fähigkeiten beweisen. Durch das Anwachsen des Musikvereins auf über 50 aktive Musiker wurde das Probelokal in der Bergstaße zu klein. Durch besonderen Einsatz des Vorsitzenden Martin Kipp, mit Unterstützung des Ehrenvorsitzenden Otto Kitzlinger, konnte das alte Probelokal ab 1989 erheblich vergrößert werden. Diese Aktion wurde durch viel Eigenleistung der Musiker und kräftige Unterstützung der Stadt ermöglicht. Im März 1990 konnte der neue Probenraum durch ein zünftiges Fest eingeweiht werden. Um das Neckar- und Kinderfest durch eine besondere Attraktion zu bereichern, wurde im Jahr 1989 innerhalb von ca. 3 Monaten das Neckarfloß gebaut. Am Neckarfest erfolgte die Floßtaufe auf den Namen "dr Nöck". ....... In der Folgezeit wurden viele Floßfeste mit Musik, Jahrgangsfeste, Fahrten für Kindergärten usw. zur Freude der Bevölkerung veranstaltet. Leider wurde im Mai 1994 durch ein plötzlich einsetzendes Hochwasser das Floß total zerstört.

 

Neben den handwerklichen Einsätzen kam natürlich das Musizieren nicht zu kurz. Unter der Stabführung von Josef Gunkel war der Musikverein bei unzähligen Veranstaltungen in Sulz, sowie der näheren und weiteren Umgebung vertreten. Einige wenige Beispiele hierfür sind: Veranstaltungen und Konzerte mit Stadtkapelle Mühlheim/Donau (1985,86), Mitwirkung beim Weinfest in Meersburg (1987,88), Musikfest beim Spielmannszug Worfelden (1988), Musikfest in Rohrdorf/Bayern (1989), 1200 Jahrfeier Stadt Sulz (1990) usw.

 

Im Herbst 1990 übergab Josef Gunkel nach 11 Jahren Dirigententätigkeit im Rahmen eines Weihnachtskonzertes den Dirigentenstab an Ralf Eichler. Für seine Verdienste um den Musikverein wurde Josef Gunkel zum Ehrendirigenten ernannt.

 

Mit Ralf Eichler übernahm zum erstenmal ein Berufsmusiker, der auch gleichzeitig Musiklehrer an der Musikschule Oberndorf/Sulz ist, die Leitung der Stadtkapelle. Herr Eichler baute in den letzten Jahren verstärkt die konzertante Blasmusik wie auch die Pop- und Swingmusik aus. Er erreichte eine Verfeinerung des Klangkörpers der Stadtkapelle, was in entsprechenden Konzerten (Kirchenkonzerte, Doppelkonzerte) zum Ausdruck kam. Im Jahre 1993 fand das erste Open Air Konzert (Pop und Swing) hinter dem Rathaus in Sulz statt. Es wurde von der Bevölkerung erfreut angenommen. Im Jahr 1995 feierte der Musikverein Stadtkapelle Sulz sein 125-jähriges Bestehen. Dazu fand am 04. und 05. November eine Jubiläumsveranstaltung mit Festakt und ein Konzertabend mit der Knabenmusik Meersburg, der Stadtkapelle Mühlheim/Donau und der Stadtmusik Schwenningen/Neckar statt. Im März 1996 trat Martin Kipp nach 10 Jahren von seinem Amt als 1. Vorsitzender zurück und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Nachfolger wurde Oliver Schäuble. Im August 1997 endete die Ära Ralf Eichler. In den 7 Jahren seiner Tätigkeit hat er die Stadtkapelle und auch die Jugendarbeit entscheidend geprägt. Sein Nachfolger wurde Alexander Ruderisch. Herr Ruderisch zeichnete sich in seiner Arbeit durch große Experimentierfreude aus. Bis zum Jahr 2000 war er Dirigent der Stadtkapelle und hat mit seiner Arbeit dazu beigetragen, die musikalische Entwicklung der Stadtkapelle weiter zu voranzutreiben. Im März 2000 trat Oliver Schäuble nach 4 Jahren von seinem Amt als 1. Vorsitzender zurück. Sein Nachfolger wurde Hans Gühring. Bruno Eisele übernahm im Frühjahr 2000 für 6 Monate den Dirigentenstab und führte die Stadtkapelle als Interimsdirigent sehr erfolgreich durch die Saison.

 

Im November 2000 wurde Michael Eberhart aus Binsdorf zum neuen Dirigenten der Stadtkapelle gewählt. Er hat in den kommenden Jahren  wieder eine florierende Jugendarbeit aufgebaut welche auch bei diversen Wertungsspielen sehr gute Bewertungen erhielt. Nach mehr als 30 Jahren führte Michael Eberhart auch die Stadtkapelle im Jahr 2003 erstmals wieder zu einem Wertungsspiel. In Niefern (Enzkreis) erreichte die Kapelle am 12.04.2003 in der Mittelstufe die Note "sehr gut". Mit immer neuen Ideen prägt er das musikalische Erscheinungsbild der Stadtkapelle und auch der Jugendkapelle. Konzerte oder Auftritte am Kinderfest wurden unter seiner Leitung zu immer wieder neuen Herausforderungen für die Musikerinnen und Musiker und ließen keine Langeweile aufkommen. Michael Eberhart verließ die Stadtkapelle im April 2007.

 

Seit Juni 2007 dirigiert Ana Paunovic die Stadt- und Jugendkapelle Sulz. Mit der 24-jährigen Ana Paunovic, welche aus Belgrad/Serbien stammt übernimmt zum 1. Mal eine Frau den Taktstock bei der Stadtkapelle. Mit Ana Paunovic hat der Verein eine kompetente Dirigentin gefunden, die in Belgrad ihre musikalische Ausbildung mit  Hauptinstrument Horn begonnen hat und später dort ihr Studium aufnahm. Bis heute hat sie im In- und Ausland an verschiedenen Hornmeisterkursen teilgenommen. Sie spielt in zahlreichen Orchestern, gibt Konzerte als Solistin und gewann Preise bei Wettbewerben. 2002 hatte sie auch ein Stipendium für die USA erhalten. Ana Paunovic studiert momentan in Trossingen an der Musikhochschule und sammelt bei der Stadtkapelle und der Jugendkapelle erste Erfahrungen als Dirigentin. Ana Paunovic legt sehr viel Wert auf eine korrekte Technik was an der Leistung der beiden Kapellen bereits bemerkbar wurde.

 

Im März 2008 gab Hans Gühring sein Amt als 1. Vorsitzender ab. Da kein Nachfolger gefunden wurde führt der 2. Vorsitzende Manfred Maier den Verein kommissarisch alleine weiter bis ein Nachfolger gefunden wird. Hans Gühring hat durch seinen unermüdlichen Einsatz viele neue Impulse gesetzt. Durch sein Engagement wurde das Neckar- und Kinderfest komplett umgewandelt. Seit 2005 findet das Fest nicht mehr in einem Festzelt sondern in gemütlicher Atmosphäre unter einem großen Sonnensegel im Stadtpark Wöhrd statt wo es früher bereits gefeiert wurde. Diese Änderung ist bei den Festbesuchern sehr gut angekommen und hat das Fest wieder belebt und für die Gäste attraktiver gemacht. Bei der Hauptversammlung im März 2010 ist es gelungen beide Vorstandsposten wieder zu besetzten. Der Verein wird seither durch den 1. Vorsitzenden Manfred Maier und durch den 2. Vorsitzenden Udo Jessen vertreten. Im Juli 2010 trennte sich die Stadt- und Jugendkapelle von Dirigentin Ana Paunovic. Die Stadtkapelle wird seither von Vizedirigent Bruno Eisele dirigiert. Die Jugendkapelle dirigiert seit September 2010 der 34-jährige Trompetenlehrer und Dirigent Jerzy Cielzki.

Im März 2011 gab Manfred Maier aus privaten und beruflichen Gründen das Amt des 1. Vorsitzenden auf. Manfred Maier wurde vor 20 Jahren in den Ausschuß gewählt und hat seither in verschiedenen Posten den Musikverein tatkräftig unterstützt und seit dem Jahr 2000 geführt. Der bisherige 2. Vorsitzende Udo Jessen wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Andre Amon übernahm das Amt des 2. Vorsitzenden. Mit Edin Pasalic hat die Jugend- und Stadtkapelle seit März 2011 auch wieder einen Dirigenten. Der gebürtige Mannheimer wuchs als Vollblutmusiker auf. In Bosnien, der Heimat seiner Eltern, ließ er sich ausbilden und zeigte sich zurück in Deutschland vielseitig: Er war schon bei der Chormusik aktiv und auch als Dirigent eines Akkordeonorchesters, die Blasmusik mag er jedoch am liebsten. Der neue Sulzer Dirigent aus Tuttlingen möchte gute Musik machen die Spaß macht und auch die Kameradschaft möchte er fördern.